Kanada - New York 2004

Nachfolgender Text wurde von Urike und Martin für den Stadtspiegel erstellt, für alle die die Ausgabe nie gesehen haben oder die Reise mal wieder in's Gedächtnis rufen wollen, hier der Text!

Einmal Amerika und zurück
Am 18. September ging es für 56 aufgeregte Chorsänger des Projektes "Jugendchor & Friends" am Albert-Schweitzer-Gymnasium Limbach-Oberfrohna in aller Herrgottsfrühe los in Richtung Amerika. Mit voll gepackten Koffern, einer gehörigen Portion Vorfreude, in Begleitung unsere 20 musikbegeisterten „Fans“, die es auch im fernen Amerika nicht lassen konnten, den Chor zu unterstützen, startete unser Flugzeug in Dresden und brachte uns über Frankfurt nach Detroit. Mit zwei Bussen überquerten wir die kanadische Grenze und bezogen am Abend unser erstes Quartier in London, einer Stadt im Süden Kanadas.

Nach dem ersten „Breakfast in America“ fuhren wir weiter durch Kanadas Weite nach Niagara Falls. Bei Nacht bestaunten wir die wunderschön beleuchteten Fälle aus nächster Nähe, und am nächsten Tag fand dann endlich das erstes Konzert in der Queenston Place Retirement Residence statt. Das Publikum, das zum Teil aus deutschen Auswanderern bestand, war begeistert. Einige waren sehr gerührt, weil sie nach langer Zeit wieder einmal deutsche Lieder hören durften. Mit diesen Eindrücken im Herzen führte uns die Reise weiter nach Toronto.

Interessiert lauschten internationale Touristen unserem spontanen kleinen Chorprogramm vor dem CN-Tower, das wir wenig später in 400 m Höhe sozusagen als höchsten Chorauftritt aller Zeiten abrundeten. Nach einer Stadtrundfahrt, einer Nacht im Hotel und einer längeren Busfahrt trafen wir am Abend des nächsten Tages in der Hauptstadt Ottawa ein.

Einige Chormitglieder nutzen die Zeit, um sich mit dem Kanadischen Parlament, dem Ort des nächsten Konzertes, vertraut zu machen. Nach ausführlichen Sicherheitskontrollen bot uns die Rotunde des Parlamentes am Morgen darauf eine atemberaubende Akustik, welche nicht nur beim Publikum, nein auch bei eingefleischten Chormitgliedern Gänsehauteffekte auslöste. Noch am selben Abend zog unsere Chorkarawane weiter in Richtung Montreal.

Der "japanische" Fotostopp vor der tollen Skyline, die schon obligatorische Stadtbesichtigung und ein Konzert in der Alexander-von-Humboldt-Schule gehörten zum Programm des nächsten Tages.
In der deutschsprachigen Schule wurden wir sehr herzlich aufgenommen und waren Ehrengäste des Schulfestes. Der Direktor lobte unser Konzert und sah es als den Höhepunkt des Schuljahres. Außerdem meinte er, dass unser Musizieren zur Verständigung der Völker über viele Grenzen hinweg beitrage.

Nach acht Stunden Busfahrt am nächsten Tag kamen wir an der letzten Reisestation an: New York! Sehr früh mussten wir aufstehen, um am Sonntag den Gottesdienst in der St.-Pauls- Kirche im Osten Manhattans mitzugestalten. Im anschließenden Konzert war das Publikum ganz aus dem Häuschen, sogar die Organistin lobte unsere Gospels - welch ein Kompliment in New York!

Bei Kaffee und Kuchen hatten wir die Gelegenheit, einige sehr nette Gemeindemitglieder näher kennen zu lernen. Der lang ersehnte Stadtrundgang führte uns in den Central Park. Das Gedenkmosaik für John Lennon, eine Jazz-Band (in der der Solotrompeter auf zwei Instrumenten gleichzeitig spielte), akrobatische Breakdancer und unser Singen in einer Konzertmuschel aus dem 19. Jahrhundert werden uns in lebhafter Erinnerung bleiben. Nicht selbstverständlich besuchten wir Ground Zero. Mit dem Lied "Alta Trinità beata" gedachten wir gemeinsam mit vielen anderen Touristen der Opfer des 11. Septembers 2001.

Vom Wasser winkten wir der Freiheitsstatue und erklommen dann die Aussichtsplattform des Empire State Buildings. New York bei Nacht - wahrlich ein einzigartiger Anblick! Mit der anschließenden Stadtrundfahrt gewannen wir unvergessliche Eindrücke vom Flair dieser pulsierenden Weltmetropole, der Stadt die niemals schläft. Am letzten Tag in New York hatten wir die Gelegenheit, Manhattan auf eigene Faust zu erkunden; dann startete auch schon das Flugzeug und brachte uns wieder heim ins verregnete Deutschland. Auf dem Frankfurter Flughafen nutzen wir den Aufenthalt, um uns bei unserem Chorleiter, Thomas Richter, und dessen Frau, Viola, noch einmal für die umfangreiche Vorbereitung dieser wunderbaren Reise zu bedanken.

Mit vielen sehr schönen Erinnerungen im Gepäck landeten wir schließlich in Dresden und nutzen die letzte Busfahrt nach Limbach-Oberfrohna für ein wohlverdientes Nickerchen. Singen und reisen kann doch ganz schön anstrengend sein, eine echt aufregende und einmalige Sache!